Bertelsmann: EU-Osterweiterung und „demografische Panik“ als Waffe

Schillernde Lobbyisten wie “Mr.Bertelsmann” Elmar Brok (CDU) sind das Markenzeichen von Bertelsmann. Und dubiose Studien, die immer aufs Neue nur eines beweisen: Dass „wir alle den Gürtel enger schnallen müssen“, aber die Konzerne und ihre Bonzen immer raffgieriger Profite einheimsen sollen. Derzeit trommelt Elmar Brok im Ukraine-Konflikt für die EU-Osterweiterung, ein geopolitisches Ziel von Bertelsmann. Auch in der Ukraine sollen die Menschen auf soziale Rechte verzichten und mehr schuften für weniger Lohn. Brok wurde von FEMEN zwar für Bordellbesuche in Kiew attackiert, aber die Frauengruppe stand letztlich an der Seite der EU zur „Integration“ der Ukraine.

Eine Spezialität der Bertelsmann-Stiftung war jahrelang die demografische Panikmache zum Abbau von Sozialleistungen: Weil “wir” angeblich “immer älter” werden, soll alles mögliche von Medizin bis zur Rente nicht mehr finanzierbar sein, obwohl doch unser Land immer reicher wird. Nur sammelt sich unser Geld bei Milliardären wie Familie Mohn (die Bertelsmann-Eigentümer), die keinem etwas abgeben wollen. Letztlich sollen Arme, Alte und Kranke auf ihre sozialen Menschenrechte verzichten, damit die Superreichen immer weniger Steuern zahlen müssen und auch sonst keine nennenswerten Beiträge zur Gesellschaft mehr leisten. Dafür wirbt und intrigiert die Bertelsmann-Stiftung, fabriziert ihre “Studien” und wird gelegentlich sogar beim Lügen erwischt. Das weitverzweigte Lobby-Netzwerk ist geheim und kaum zu überblicken, oft werden erst Jahrzehnte später Bertelsmann-Lobbyisten enttarnt, wie etwa Elmar Brok.
“Mr.Bertelsmann” heißt Elmar Brok
“Mr.Bertelsmann” heißt Elmar Brok (CDU), ist geboren 1946 im Kreis Gütersloh (Hauptsitz von Bertelsmann-Medienkonzern und -Stiftung), EU-Parlamentarier mit guten Kontakten zu den höchsten Kreisen der europäischen Politik und Wirtschaft. 2012 wurde er erneut Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments. Lobbypedia weiß: Er hält Mandate von der Europa- bis auf die Kreisebene und ist in zahlreichen Netzwerken präsent. Brok unterhält enge und langjährige Verbindungen zu Bertelsmann. „Jeder weiß in Brüssel, dass Herr Brok Mr. Bertelsmann ist“ äußerte Tony Robinson, MdEP. Deutsche Medien zitieren den weder charismatischen noch besonders kompetent wirkenden Brok ungewöhnlich oft –ohne jemals seinen Lobbyisten-Hintergrund zu erwähnen. Der Tagesschau-Gäubige kennt Brok gut, weiß aber kaum etwas über seine Aktivitäten in Hinterzimmern und nichts über seine jahrzehntelang eingeestrichenen dicken Schecks von Bertelsmann (dies gilt in der EU nicht als Korruption, sondern als „Nebentätigkeit“ des Abgeordneten, durch die er den Kontakt zur Wirtschaft hält).
„Bordell-Experte“? Brok und FEMEN
Allenfalls kennt der Medienkonsument Elmar Brok als „Schillernde Figur“ oder „Bordell-Experte“, denn die Nacktprotestiererinnen von Femen attackierten ihn im März 2013. Alles wurde auf Video festgehalten (und ins Netz gestellt). Grund: Femen wirft Brok die sexuelle Ausbeutung ukrainischer Frauen vor, die durch die ökonomische Notlage des Landes zur Prostitution gezwungen sind. Zudem soll Brok sich respektlos gegen ukrainische Frauen verhalten haben. Brok leugnet alles. Die Femen Sextremist-Website zeigt ein Video der Attacke auf Mr.Bertelsmann, ihre Begründung für die Tat: Brok konsumierte sexuelle Dienstleistungen von ukrainischen Prostituierten und äußerte sich respektlos zu ukrainischen Frauen (Brok bestreitet dies natürlich). Brok wurde von FEMEN zwar für Bordellbesuche in Kiew attackiert, aber die Frauengruppe stand letztlich an der Seite der EU zur „Integration“ der Ukraine. Femes kometenhafter Aufstieg in den Westmedien und die andauernde Medien-Aufmerksamkeit, die sonst kritischen Aktivisten versagt bleibt, nähren inzwischen den Verdacht, Femen sei von westlichen Sponsoren gegen ihre Konkurrenten losgeschickt worden. Mit wenigen Ausnahmen (wie Elmar Brok) richtet sich Femens-Porno-Aktionismus gegen Gegner des Westblocks: Russen, ostfreundliche Ukrainer, Türken, Moslems usw. Bertelsmann-Medien greifen ihre Busenprotesten gerne auf.
„Die Osterweiterung wird das Gesicht der Europäischen Union grundlegend verändern. Erstmals seit den Anfängen der westeuropäischen Integration wird die Vision eines Vereinten Europa wahr. Statt diese historische Chance zu ergreifen, zaudern und zögern die Politiker.“ So jaulte Bertelsmann schon seit 1998. Jetzt zaudern „die Politiker“ nicht mehr. Panzer rollen für den Sieg der Konzerne über Konkurrenz aus dem Osten und über den Gedanken sozialer Verantwortung der Herrschenden.

Zur Bertelsmann Konzerngeschichte
Der Unternehmenspatriarch des Bertelsmann Konzerns Reinhard Mohn gründete 1977 die Bertelsmann Stiftung. Er übereignete im Jahr 1993 die Mehrheit des Aktienkapitals der Bertelsmann AG an die Stiftung. Dadurch sparte Mohn seiner Frau Liz Mohn und seinen Kindern Christoph und Brigitte gut zwei Milliarden Euro Erbschafts- oder Schenkungssteuer, so Lobbypedia. Ein weiterer Vorteil dieses Konstruktes ist, dass der Konzern nicht an Dritte verkauft werden kann, sondern – vermittelt durch die Bertelsmann Stiftung und weitere rechtliche Konstruktionen – in Händen der Familie Mohn bleibt. Reinhard Mohn hatte immer die Motivation in die deutsche Gesellschaft zu wirken. Die Stiftung sollte das lobbyistische Mittel dafür sein. Die Gesellschaft sollte in Mohns Vorstellungswelt nach dem Vorbild des Bertelsmann Konzerns funktionieren und damit ebenso erfolgreich sein -oder ebenso in die Taschen von Multimillionären wirtschaften? Die Bertelsmann Stiftung tritt angeblich für mehr “Wettbewerb und Effizienz” innerhalb des staatliche Bereichs ein -ein quasi Monopolist auf dem Medienmarkt als Garant fairer Märkte? Man trommelt für Privatisierungen, Studiengebühren und “Selbstregulierung” der Privatunternehmen. Überall soll Markt werden selbst in Bereichen wie dem Hochschulwesen oder dem Gesundheitsbereich. Mit ihren Projekten nimmt sie einen rein betriebswirtschaftlichen Blickwinkel ein und kommt regelmäßig zum Ergebnis, dass “weniger Staat” besser sei. Dies soll nach Bertelsmann-Definition dem Allgemeinwohl dienen. Nebenbei nützt es wohl nicht ganz zufällig auch der Bertelsmann AG -der Mega-Konzern hat mit Arvato einen eigenen Bereich geschaffen, der Dienstleistungen als Ersatz für staatliche Leistungen gegen Cash anbietet. Zugleich setzt sich die Stiftung angeblich für mehr privates bürgerschaftliches Engagement ein -natürlich nur, soweit es der Ideologie des Neoliberalismus dient und die Herrschaft der Superreichen über alle Teile der Gesellschaft stärkt.
Organisationsstruktur und Personal: Die Stiftung beschäftigt rund 300 Mitarbeiter. Davon sind 185 im konkreten Projektmanagement tätig. Vorstand der Bertelsmann-Stiftung saßen
• Aart De Geus (Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung)
• Liz Mohn (Stellv. Vorsitzende, Witwe Mohns)
• Jörg Dräger, 2001-2008 parteiloser Senator für Wissenschaft und Forschung der Freien und Hansestadt Hamburg (führte dort Studiengebühren ein)
• Brigitte Mohn (Tochter Mohns)